Aphorismen

Die Klugheit ist von der Weisheit so weit entfernt wie das Segel vom Wind.

Es fiel ihm schwer, manche Wahrheit aus der Nacht in den Tag hinüberzuretten.

Viele träumen vom Himmel; Wenige tragen ihn in sich.

Versuche nicht die Welt zu verändern; gib ihr deinen Teil.

Sie reden von Gott, als hätten sie ihn selbst erschaffen.

Die Glücksuche steht der Glücksfindung im Wege.

Aus der Zuversicht resultiert mehr Stärke als aus allem Wissen.

Je intensiver wir uns in dieser Welt einrichten, desto mehr entfernen wir uns von unserem Ursprung.

Warte nicht auf die Möglichkeiten, die kommen werden; das Leben vollzieht sich im Jetzt.

Wir verlassen uns allzu sehr auf die Objektivität unseres Ver-standes; wir vergessen, dass allein das Herz für die Tragfähigkeit verantwortlich ist.

Träume dich nicht in alle Himmel; blicke auf den Weg!

Wenn du nicht weißt, woher du etwas hast, weißt du auch nicht, wer du bist.

Über die Dinge zu reden ist leichter, als sich in ihnen zu bewähren.

Nur in der Bindung erfahren wir das Geheimnis der Freiheit.

Das Ziel kennst du nicht; kümmere dich um den Weg.

Das Reifen markiert den Weg von der Illusion zur Hoffnung.

Wann? Frage nicht wann, sondern wem zu liebe!

Während des Tages sehen wir die Weite des Himmels. Die Tiefe des Seins offenbart sich allein in der Nacht.

Es ist die Zeit, die uns von der Glückseligkeit trennt. Beweis: Allein der Schmerz vermag die Zeit zu verlängern.

Das „du“ ist die einzige Möglichkeit der Selbstfindung.

Die Freundschaft ist eine Kunst der Distanz, so, wie die Liebe eine Kunst der Nähe ist.

Nicht das, was uns die Welt gibt, sondern das, was wir der Welt geben, verleiht wirklichen Adel.

Der Traum liefert keinen Boden, auf dem man gehen kann.

Im Konjunktiv schafft man keine Wirklichkeiten.

Früher hatten wir uns in der Entscheidung „entweder - oder“ zu bewähren; heute verlieren wir uns im „sowohl als auch“.

Nicht jedes Sterben ist Krankheit.

Wer nicht vertrauen kann, hat etwas zu verbergen.

Das größte Unglück ist, dass alle auf der Suche nach ihrem Glück sind.

Jede Lust, die nicht mit der Seele korrespondiert, trägt zur inneren Verarmung bei.

Es ist nicht das Salz anzuklagen, wenn die Suppe versalzen ist.

Gott erfährt man nicht in Diskussionen.

Reich ist nicht der, der Vieles, sondern der Eines ganz hat.

Nichts macht schneller alt, als die Angst davor.

Nicht dort, wo der Himmel ist, ist die Liebe, sondern dort, wo die Liebe ist, ist der Himmel.

Wer bloße Richtigkeiten zur Wahrheit erhebt, verliert die Wahr-nehmung für das Leben.

Bürokratie ist die enthumanisierte Form der Kommunikation.

Bürokratie ist praktiziertes Misstrauen.

Und wenn der Tod nur das Einlösen eines Versprechen wäre?

Das Unwichtigste am Leben ist die Zeit.

Wer kann, der soll; wer soll, der darf; wer darf ist frei.

Wir leben nicht von der Freiheit, die man uns zubilligt, sondern von der Freiheit, die wir uns erkämpfen.

Ein Herz wird schwer, wenn es nicht reden kann.

Mit dem Trivialen fängt das Böse an.

Wir zählen die Tage, wo wir nicht einmal den Augenblick verstehen.

Am Ende zählt, was nicht zählbar ist.

Jede Frage, die wir im Zusammenhang mit dem Leben nicht beant-worten können, ist falsch gestellt.

Das Vakuum, welches durch das Fehlen der Liebe entstanden ist, wird durch mancherlei Verliebtheitsträume befriedigt.

Globalisierung bedeutet, alles zu wollen.

Sagt der eine Tag zum andern: „ist es ein Märchen, ist es ein Traum?“ „Nein“, sagt der andere, es ist das Leben, wenn du es recht verstehst. Es ist ein Wunder, wenn du es für möglich hältst.

Lieben heißt, nicht mehr fragen zu müssen.

Immer wieder hat das Böse seinen Anfang im Vergleich.

Verzicht ist der lange Weg, der schließlich zum Erkennen des Reichtums führt. Die schnellen Wege führen zum Reich-Sein,

besten-falls; sie führen aber an allem Wesentlichen vorbei.

Wir meinen heute, wir hätten einen Wissensvorsprung gegenüber früheren Zeiten. Damals dachten die Menschen, die Erde sei platt und stünde im Mittelpunkt. Heute aber ist gar der Mensch zum Mittel-punkt geworden.

Am Anfang war das Wort.... Am Ende verführt das Bild.

Am Anfang war das Wort, nicht eine Frage, nicht der Versuch einer Antwort.

Und Gott sprach zum Menschen: „Ich habe dir die Freiheit gegeben!“ Doch der Mensch zweifelte und sprach: „Warum, Gott, strafst Du mich?“

Das Herz orientiert sich; der Kopf liefert die Argumente.

Was keine Wurzeln hat, hat keinen Bestand.

Intoleranz ist Machtanspruch im Bereich des Unvermögens.

Zwei mal krumm ist nicht gerade.

Es ist ein Fehler, zu versuchen, die Dornen von der Rosenblüte her definieren zu wollen.

Jede Ideologie gebraucht das Schlagwort; der geistige Ansprech-partner ist damit definiert.

Die wahre Stärke eines Volkes ist seine Demokratie; als wahrhafte Schwäche der Demokratie erweist sich das Volk.

Wir haben verlernt mit dem Wort umzugehen. Wir reden, wo es besser wäre zu schweigen; wir schweigen, wo es notwendig wäre zu reden.

Demokratie lebt von der Chancengleichheit, nicht von der Erfolgs-gleichheit.

Heute geht die Gesellschaft mit dem Müll sorgfältiger um als mit der Sprache.

Er wollte alles wissen; mit dem Verstehen hatte er seine Schwierigkeiten.

Der Arzt kann nur so gut sein, wie die Einsicht des Patienten es zulässt.

Die Technik verspricht den schnellen Erfolg; wer aber lehrt uns das Durchhalten?

Intoleranz: Rauchentwicklung bei Nichtrauchern.

Der Patient droht zum Opfer von interdisziplinären Leerräumen zu werden.

Kunst ist das, was man tun muss; nicht das, was man tun will.

Sagte die Tulpe zur Rose: „Ach, wär’ ich doch auch so schön!“ Sagte die Rose zur Tulpe: „Vergiß nicht zu blüh’n!“

Ohne Wagnis keine Freiheit!

Derjenige ist wirklich groß, der blüht, ohne dem anderen das Licht zu nehmen.

Im Leid und in der Nacht liegen die Chancen des Lichts:

Viele sind auf der Suche nach dem vierblättrigen Kleeblatt. Lerne das Dreiblättrige schätzen.

Zuvor hatte die Maus ein Buch gelesen. Es wurde die Stärke des Löwen beschworen. Mit dem Selbstbewusstsein eines Königs betrat die Maus die Arena der listigen Katzen.

Wer tags über träumt, schläft schlecht in der Nacht.

Am Morgen zogen sie in den Wald, um Pilze zu suchen; am Abend kehrten sie fröhlich mit einem bunten Herbststrauß zurück